Bundes-wer? (14.04.2018)

Deutschland, so hört man immer wieder, habe eine Armee, die Bundeswehr. Bundes-wer?, fragen da sicherlich viele, denn Schlagzeilen macht unser stolzes Heer eher weniger mit kompetenten Militäraktionen, dafür umso öfter mit maroden Einsatzmitteln. Zuletzt sorgten die veralteten Tornado-Kampfflugzeuge für Schlagzeilen.

Wenn man so etwas liest, fragt man sich doch ernsthaft, was eigentlich mit dem ganzen Geld passiert, das dem Verteidigungsministerium zufließt. Wir reden hier immerhin nicht von Kleingeld! 2017 waren hier im Bundeshaushalt ca. 37 Milliarden Euro vorgesehen. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland mit seinem Verteidigungshaushalt auf Platz 9 (Zahlen von 2016, s. hier).  Wie sich hier erkennen lässt, geben England und Frankreich, welche über ein funktionierendes Militär verfügen, etwas mehr Geld aus (England: + 7 Milliarden Dollar; Frankreich: + 14 Milliarden Dollar). Speziell im Falle Englands ist das nicht so viel mehr, wie ich finde, aber dort bekommt man offenbar „mehr fürs Geld“, das dort für Verteidigung ausgegeben wird.

In Deutschland frage ich mich, wofür die 37 Milliarden überhaupt ausgegeben werden, wenn dafür eine dysfunktionale Armee am Ende herauskommt? Wirft man einen Blick in den Haushaltsplan des Verteidigungsministeriums (hier zu finden, PDF-Datei), kann man erkennen, dass die meisten Ausgaben fürs Personal (17,8 Milliarden) und „Sächliche Verwaltungsausgaben“ (6,1 Milliarden) anfallen, zusammen also fast 24 Milliarden nur für Personal und Verwaltung. 11,2 Milliarden bleiben für „Militärische Beschaffungen“ übrig, als für das Kriegsmaterial.

Hier scheinen mir die Mittel nicht zielgerichtet eingesetzt zu werden, da es ja gerade an funktionierendem Material krankt. In diesem Fall kann man doch nicht fast 2/3 des zur Verfügung stehenden Geldes quasi nur in die personelle Infrastruktur stecken! Ich kenne den Aufbau der ausländischen Verteidigungsetats nicht, aber ich wette, dass ich dort eher ein umgekehrtes Verhältnis finden würde: 2/3 für Kriegsmaterial, der Rest für das Personal.

Die Verteidigungsministerin von der Leyen ist eine der wenigen Minister, die ihren Posten nach der Wahl behalten durften – warum eigentlich? In ihrer Amtszeit als Ministerin hat sich die Situation der Bundeswehr nicht wirklich verbessert, eher weiter verschlechtert, wie vielleicht die folgenden Schlagzeilen belegen:

Verteidigungspolitik – die Bundeswehr ist überfordert

A400 defekt: Deutsche Soldaten sitzen in Mali fest

Abgestürzte in Mali: die lange Pannengeschichte des Tigers

Pannenserie bei der Bundeswehr setzt sich fort – Tornados betroffen

Eurofighter: Kampfjet der Bundeswehr verliert seinen Außentank

Bundeswehr: Nach dem G36 jetzt auch die Gefechtshelme defekt

Bundeswehr: Ersatz für die Pannen-Drohne „Euro-Hawk“ kostet 648 Millionen Euro

Ohne Worte…

Da frage ich mich eigentlich, wie unfähig muss man eigentlich sein, um als Verteidigungsminister seinen Job behalten zu dürfen… über die Bundeswehr lacht die ganze Welt, und ich frage mich wirklich, ob einfach noch mehr Geld die dortigen Probleme lösen würde… eher nicht. In der NATO ist die Bundeswehr inzwischen eher Belastung als Hilfe – und muss sich wohl bald ihre Ausrüstung von ihren Partnern ausleihen.

 

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Hurra. (GroKo Teil 3) (04.03.2018)

Nun ist es also endlich „geschafft“. Nach Jamaica-Koalitionsverhandlungen, Umfallen aufseiten der SPD, Merkels „Ich wüsste nicht, was wir hätten anders machen sollen“, Medien-Druck auf die SPD, der „Staatsräson“ endlich nachzukommen, etlichen Wirrnissen wiederum bei der SPD (Merkel blieb derweil so unsichtbar wie möglich, also wie gewohnt), ist nun endlich die „neue“ Regierung fertig.

An ihr gefällt mir so gut wie nichts, weder das Programm noch das Personal. Die großen Themen werden und wurden so weit wie möglich ausgespart, eine klare Strategie für die nächsten 3,5 Jahre ist nicht wirklich erkennbar.

Nur ein „Weiter so!„. Verwalten statt gestalten. Als ich das Wahlergebnis damals am 24.09. sah, sagte ich sofort: „Also wieder Große Koalition!“

Was das unwürdige Schauspiel im Politikzirkus in den Wochen und Monaten zeigte, war, dass Merkel mit der vollkommen entkernten CDU/CSU bereit war, nahezu alles zu opfern, um weiter an der Macht zu bleiben, ebenso, wie die SPD – der man nun am Ende allerdings gleich mehrfachen Wortbruch vorwerfen kann. Dies schlug sich ja auch bereits in den aktuellen Umfragen nieder.

Ich erwarte von der „neuen“ Regierung – nichts. Nur: mehr Geld für Brüssel (alternative Rettungsaktionen alá Griechenland; Ersatz des finanziellen Ausfalls von England als zweitgrößtem Nettozahler); weiterhin unbegrenzte Aufnahme sogenannter Flüchtlinge (unter Missachtung nahezu aller gesetzlicher Grundlagen); weiterhin Fortsetzung des planlosen Wurstelns bei der Energiewende; weiterhin keinerlei Anstrengungen, Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zu forcieren; weiterhin keine wirkliche Entlastung für die Steuerzahler; weiterhin Verzettelung der Ausgaben im Sozialbereich (vor allem Rentenkosten) – wer denkt eigentlich auch mal an meine Generation? Bildung, Infrastrukturen (Autobahnen + Internet) und Pflegenotstand gibt´s auch noch… war da was?

…16 Jahre Merkel-Verwaltungs-Regierung, aber das Volk wollte es ja so – zumindest die ersten 12 Jahre. Hauptsache keine Veränderungen! Deutschland ist schon lange ein Zombie, und niemand hat es bemerkt…

Na, dann habt mal alle viel Spaß mit der neuen alten GroKo – bei „ZEIT-Online“ knallen jetzt bestimmt die Sektkorken (nicht wahr, Frau Schuler?)… aber die Deutschen wollen halt Beständigkeit – dann zahlt mal jetzt schön den Preis dafür, vor allem in Sachen Flüchtlinge (30-50 Milliarden im Jahr) und demnächst mal wieder auch noch x-Milliarden extra an die EU…

…nun, die SPD wird bei den nächsten Landtagswahlen wohl ziemlich abgestraft werden. Und in 3,5 Jahren dann noch mehr, aber Hauptsache, man hat noch einmal mitregiert! Oder man spekuliert auf die Vergesslichkeit des Wählers – aber da liegt die SPD, zumindest bei mir, ziemlich falsch. Die heutige Entscheidung wird die Ränder des politischen Spektrums (AfD in vielen Umfragen bereits vor der SPD), auch in dieser vergreisenden Republik, weiter wachsen lassen – auch dafür „herzlichen Dank“ an Merkel & Co.

P.S.: Es wäre toll, wenn ich als Deutscher auch mal wieder das Gefühl seitens der Bundesregierung bekommen würde, Politik würde zuerst für „diejenigen, die schon länger hier leben“, gemacht werden. Und nicht für alle Welt: Zuwanderer, Euro-Rettung, Klima-Rettung, was-weiß-ich-noch-Rettung.

Die Konservierer (07.02.2018)

Weißer Rauch über Berlin! Habemus Merkel! Deutschland, Europa und die Welt können aufatmen, der Weltuntergang ist abgesagt! Es lebe die neue, kleine, „Große Koalition“! Zelebrieren wir die Helden der drei beteiligten Parteien, CDU, CSU und vor allem der SPD – einer SPD, deren Name zukünftig in einem Atemzug mit Begriffen wie „Standhaftigkeit“, „Zuverlässigkeit“ und „Ehrlichkeit“ verbunden sein wird!

Also, den ganzen Tag über dachte ich mir beim Verfolgen der Nachrichten, das Ganze sei ein schlechter Witz! Das Finanzministerium für die SPD, Schulz wird Außenminister, Seehofer bekommt das Innenministerium…??? Schulz, der zunächst keine neue Große Koalition wollte, der anschließend einknickte, bis vor kurzem noch sagte, er werde kein Kabinettsmitglied werden wollen – alles dermaßen absurd. Eine Schande für die SPD.

Und das, was im Koalitionsvertrag steht, lässt natürlich keinerlei Reformeifer erkennen, nur das, was unter Merkel nun schon seit zig Jahren zu sehen war: den Hang, möglichst zu konservieren und möglichst wenig zu verändern.

Nach wie vor nichts Konkretes zur Migrationspolitik, eine Obergrenze wird es nicht geben. Selbst diese 200.000, die im Raum stehen, sind einfach viel zu viel, will die GroKo den Sozialstaat an die Wand fahren?

Fast nichts wird gesagt zur verpfuschten Energiewende. Oder wie man die Infrastruktur schnell wieder fit bekommt. 2025 soll das schnelle Internet in Deutschland überalle verfügbar sein – wie ambitioniert! Der „Soli“ soll schon ab 2021 „abgeschmolzen“ werden, was, schon in drei Jahren will man damit anfangen? Wow! Ich hole schon mal den Champagner!

Dafür werden wieder Sozialgeschenke bei der Rente verteilt, ohne jede Not werden hier gigantische Mehrausgaben generiert. Kaum etwas Konkretes gibt es auch zur Bundeswehr, wie diese dsyfunktionale Armee endlich in eine ernsthafte Kampfgruppe verwandelt werden soll – 37 Milliarden werden dieses Jahr dafür ausgegeben, und was bekommt man als Gegenleistung? Dieses Milliardengrab ist ein Witz!

Achja, und nicht zu vergessen, Macron kann sich in Frankreich freuen – die deutsche Staatskasse wird weiter für die EU geöffnet denn je – darf es noch 3-4 Milliarden mehr sein? Wollt ihr die totale Sozial-Union (und Schuldenuion)? Ihr bekommt sie, GroKo macht es möglich, schneller, als wir glauben. Auch die alternative Euro-Rettung kann also bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausgedehnt werden, die GroKo ist ja so supersupersuper und total für EU und alles, was dazu gehört – Juncker in Brüssel jubelt ebenfalls schon.

Hier kommt so dermaßen viel Schwachsinn und gesammelte Inkompetenz auf einen Haufen, dass es einfach nur noch zum Kotzen ist – und dieser Mist wird auf dem Rücken aller Deutschen ausgetragen: Freut euch über keinerlei steuerliche Entlastung, dafür weiterhin ungebremste Zuwanderung! Es lebe das Dreigestirn Merkel, Schulz und Seehofer! Drei Deppen auf der Brücke…

Also, man kann sich wirklich nur noch an den Kopf fassen! Ich „danke“ ausdrücklich den gesammelten CDU/CSU- und SPD-Wählern, die diesen schwarzen Tag für Deutschland möglich gemacht haben! So wird Deutschland wirklich fit für die Zukunft gemacht… Bei der nächsten Bundestagswahl wird die SPD (und bei den Landtagswahlen davor) endgültig als „Volkspartei“ verschwinden – und das zurecht.

Wir tun alles für die Macht! (25.11.2017)

Tja, nun ist es also passiert: die SPD hat sich nach langem „Zögern“ (und einer umfangreichen Medienkampagne, welche die SPD zur Fortsetzung der GroKo drängen wollte) dazu entschieden, „Gespräche“ mit der CDU aufzunehmen. Merkel musste dafür sogar nichtmals direkt bei der SPD anklopfen, nein, der latente Medien-Windhauch (nicht einer aus der Wählerschaft) reichte schon aus, die Gier nach Macht bei den Sozialdemokraten überhand nehmen zu lassen. Wen interessiert auch schon das Geschwätz von vor einer Woche, wenn man doch viele teure Projekte durchdrücken könnte?

Hier mal der SPD-Horrorkatalog (Quelle: FAZ-Online: Der Preis des Einknickens):

  1. Stärkung der Investitionen in Europa (= Vollendung der Transferunion durch die Schaffung eines „speziellen Haushaltes für die Währungsunion“)
  2. Gestaffelter Abbau des „Soli“ (untere und mittlere Einkommen zuerst)
  3. Ende des Ehegattensplittings
  4. Höherer Spitzensteuersatz
  5. Bürgerversicherung
  6. Das Rentenniveau soll auf 48 % gehalten werden (Rentenbeitrag bis 2030 bei 22 % (heute: 18,6 %).
  7. Keine weitere Erhöhung des Rentenalters.
  8. Solidarrente.

Mit anderen Worten: Es wird teuer, und dafür braucht man natürlich Geld, das man woher bekommt…?

Es ist einfach unfassbar, wie man bei der SPD seine Glaubwürdigkeit innerhalb weniger Tage so dermaßen aufs Spiel setzen kann! Auf diese Art werden die Sozialdemokraten zunächst bei den nächsten Landtagswahlen, und dann spätestens 2021 ihre finale Niederlage erleben.

Und Merkel darf weitere vier Jahre herummurksen, ohne dass die großen Baustellen im Land überhaupt angefasst werden oder endlich auf sinnvolle Wege gelenkt werden – ich hatte es hier schon öfter geschrieben: Energiepolitik, Infrastruktur, Bildung, zukunftssicheres Renten- und Pflegesystem + Gesundheitssystem.

Interessiert ja alles nicht, zuerst muss Deutschland natürlich die EU, die Flüchtlinge, das Weltklima und was auch sonst noch retten, bevor man wieder primär zunächst die deutschen Interessen vertritt – warum sollte man primär Politik für das eigene Land machen…? Vier weitere Jahre GroKo werden zudem weiterhin die politischen Ränder stärken, auch und vor allem Mangels Alternativen…

Noch ein Wort zu den Medien: Nachdem vor allem die ZEIT zunächst hemmungslos auf die FDP nach ihrem Rückzug aus den Sondierungsgesprächen einschlug, wurde seitens der ZEIT dann ebenso Druck auf die SPD ausgeübt, sich doch der Staatsverantwortung zu stellen und doch bitte gefälligst Merkel zu vier weiteren Jahren Amtszeit zu verhelfen – objektive Berichterstattung blieb mal wieder vollkommen auf der Strecke, nicht umsonst betitelte die NZZ die deutschen Medien als „überwiegend Merkel wohlgesonnen“ – das deckt sich mit meinen Eindrücken. Armes Deutschland, die Bundeskanzlerin hat es wirklich in 12 Jahren geschafft, die sogenannten „Leitmedien“ handzahm ihr gegenüber zu machen – eine Schande!

Der grüne Wahn (14.11.2017)

Der grüne Wahn in Deutschland nimmt zurzeit leider wieder einmal überhand. Besonders gut beobachten lässt sich dies bei den Sondierungsgesprächen für die Jamaica-Koalition, immer wieder angefacht von den GRÜNEN: der Ausstieg aus der Kohleenergie, die böse-böse CO2-Bilanz Deutschlands, deren Reduzierungsziel nicht eingehalten werden wird.

Einmal ganz nüchtern betrachtet, was würde es denn nun global bringen, wenn Deutschland seinen CO2-Ausstoß hypothetisch auf Null drücken würde? Die Auswirkungen wären verschwindend gering! Der Anteil Deutschlands am globalen CO2-Ausstoß beträgt gerade ca. 3 %, Tendenz fallend. Betrachtet man die Zahlen im verlinkten Beitrag, dann haben alleine China und Indien die deutschen „Einsparungen“ in kürzester Zeit wieder reingeholt – was bringt also Klimaschutz als deutscher Alleingang, wenn kein anderes Land auf der Welt mitzieht?

Das ist dann wieder die typische deutsche Denkweise: Das Weltklima wird weiterhin geschädigt, aber Deutschland ist wenigstens nicht Schuld an den Auswirkungen! Moralisch sauber ist man hierzulande dann, quasi.

Den selben Grundgedanken kann man übrigens beim Atomausstieg entdecken. Deutschland steigt aus, andere Länder setzen verstärkt auf Atomenergie – aber Deutschland ist moralisch „sauber“, selbst, wenn es Atomstrom aus Frankreich kauft oder dort ein AKW explodieren sollte…

Wieder mal ein deutscher Sonderweg. Ich sage nicht, dass es falsch ist, Klimaziele zu setzen, aber bitte realistisch und in Kooperation mit anderen Staaten – sonst schwächt sich Deutschland elementar, wenn z. B. stark klimaschädliche oder energieintensive Betriebe einfach in Länder auswandern, in denen weniger strenge oder ehrgeizige grüne Ziele verfolgt werden – irgendwas muss in Deutschland auch noch erwirtschaftet werden, und das kann nicht alles dem „grünen Gott“ geopfert werden – ich will in diesem Land auch noch in 20 Jahren noch gut leben können, und nicht in der perfekt geschützten Umwelt in einem dafür verarmten Deutschland leben.

…von daher hatte ich mir die GRÜNEN als Allerletztes als Regierungsbestandteil gewünscht…

Hinweis an eben jene: Ein Ausstieg aus Atom- UND Kohleenergie ist dummerweise versorgungstechnisch derzeit nicht machbar. Außer, ihr wollt die Kerzenindustrie in Deutschland fördern…

 

Bundestagswahl – Nachlese (13.10.2017)

Eine kleine Nachlese mit etwas zeitlichem Abstand zur Wahl kann nicht schaden, denke ich mir…

Es ist also geschehen, die AfD zog deutlich in den Bundestag ein! Das war natürlich keine Überraschung, dennoch schienen die „Altparteien“ von der Situation überfordert zu sein. Das zeigte sich schon am Wahlabend, als Leute wie Oppermann (SPD) die AfD vor laufenden Kameras als „nationalsozialistisch“ bezeichneten – ich finde, egal, was für rechte Gestalten sich in der AfD herumtreiben, von den Nazis des Deutschen Reiches der 1930er und 1940er Jahre sind diese meilenweit entfernt – jedenfalls habe ich bislang noch keine SA-Streifen auf der Straße oder Armbinden mit verwechselbaren Symbolen auf dem Arm gesehen…

Nun, inhaltlich wird es wohl für die zukünftige Regierung nach wie vor schwierig, den Kernauftrieb der AfD, und das ist und bleibt die Flüchtlings- bzw. Einwanderungssituation, mit Inhalt zu füllen, der die Meinung der Bevölkerung diesbezüglich widerspiegelt. Bundeskanzlerin Merkel (sie wird es wohl bleiben, aus heutiger Sicht) ist ja nach wie vor der Ansicht, alles richtig gemacht zu haben (auch mit ihrer Politik im Allgemeinen) und sieht eigentlich keinen Veränderungsbedarf.

Dieser dumme Wähler, der die allwissende Weisheit der Kanzlerin einfach nicht verstehen will… und dann die CDU/CSU auch noch mit riesigen Stimmverlusten abstraft, ebenso, wie die SPD! Damit ist zum Glück wenigstens die GroKo Geschichte. Allerdings kommen nun die GRÜNEN wieder mit ins Boot, das wird, in Verbindung mit der FDP, eine spannende Runde… wobei wir ja alle wissen, dass die beiden genannten sich aus Gründen des Machtstrebens natürlich auch in eigentlich unvereinbaren Punkten einigen werden, ähnlich wie es jetzt auch die CDU und die CSU in Sachen „Obergrenze“ beim Asyl machen… allerdings mit plumpen und durchschaubaren Manövern.

Nach wie vor fehlt mir nach heutigem Stand die Reflexion der „Altparteien“ darüber, warum die Wähler so gewählt haben, wie sie es getan haben. Dass da jetzt so offenkundige Ratlosigkeit herrscht, zeigt mir, wie weit der Berliner Politikbetrieb sich offenbar schon von der Basis entfernt hat – „Raumschiff Berlin“ also.

Nebenbei möchte ich noch ein Extra-Lob für ZEIT-Online verteilen! Wer so dermaßen unobjektiv mit täglich bis zu 5 Anti-AfD-Artikeln versucht, das Wählerverhalten zu manipulieren, sollte sich nicht wundern, dafür in die Kritik zu geraten. Ich habe wirklich noch vor keiner Bundestagswahl eine solche Hetzkampagne eines sogenannten „Leitmediums“ in den Deutschland mit des Öfteren fast hysterischer Attitüde gegenüber einer Partei in Deutschland erlebt – wurden die GRÜNEN zu der Zeit ihrer Gründung ebenso seitens der Medien bekämpft? Auch hier fand eine inhaltliche Auseinandersetzung so gut wie gar nicht statt, wie auch, war die ZEIT doch einer der größten Fans der Merkel-Flüchtlingspolitik 2015.

Ähnlich tendenziös waren und sind übrigens auch die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und auch Rundfunksender. Das war schon ziemlich aufschlussreich, was man dort am Wahlabend und die Tage danach zu hören und zu lesen bekam.

Zeitweise wurde einem der Eindruck vermittelt, mit dem Einzug der AfD in den Bundestag wäre jetzt quasi der Untergang der deutschen Demokratie gekommen. Die AfD halte ich immer noch für einen ziemlich verschwurbelten Haufen, und das Verhalten von Petry finde ich verwerflich (erst in den Bundestag wählen lassen per Direktmandat (!), und dann aus der Partei austreten, aber weiter im Bundestag als Fraktionslose zu bleiben). Trotzdem wurde die AfD demokratisch ins Parlament gewählt. Interessanter als in der sedierten Merkel-GroKo-Zeit dürfte es dort zukünftig auf jeden Fall zugehen.

Sich wie beleidigte Kinder gegenüber der AfD zu verhalten, steht den anderen Parteien jedenfalls nicht gut zu Gesicht („Wir wollen im Bundestag nicht neben der AfD sitzen!“ *Heul, Flenn*). Mit Änderungen in der Bundespolitik, die der Wähler durch diese Wahl den Regierungsparteien eindrücklich als Forderung präsentiert hat, wird man der AfD beikommen, mit Ignorieren oder Ausgrenzen, aber ansonsten „Weiter-so!“ wohl eher nicht… offene Baustellen (Rente, Energiewende, Abschaffung des „Solis“, Infrastruktur, usw.) gäbe es genug…

Interessiert keinen: Kosten für Flüchtlinge (20.09.2017)

Ich bin vor einigen Tagen über einen sehr interessanten Artikel in der „Neuen Zürcher Zeitung“-Online gestolpert, den ich hier gerne einmal publik machen möchte:

Die Flüchtlingskosten sind ein deutsches Tabuthema

Hier wird explizit auf die hohen jährlichen Kosten hingewiesen, die allein durch den Massenansturm aus Syrien (ca. 1 Million Menschen) entstanden ist und weiterhin entstehen. Insgesamt wird von Kosten von ca. 30-50 Milliarden Euro im Jahr kalkuliert. Zum Vergleich, wenn man die dort genannten Zahlen betrachtet, das Bildungsministerium muss mit ca. 18 Milliarden im Jahr auskommen, das Familienministerium mit ca. 10 und das Verkehrsministerium mit ca. 28 Milliarden.

Hier kann man die Konsequenzen der ungezügelten Zuwanderung nach Deutschland einmal in aller Deutlichkeit bewundern.

Was nun den Autor des Artikels und mich ebenfalls sehr verwundert, ist, dass weder die Parteien im Wahlkampf noch die deutsche Bevölkerung im Allgemeinen sich sonderlich für diesen (Kosten-)Punkt zu interessieren scheinen…!? „Jetzt sind sie eben hier“, sagte Merkel, und wir alle müssen jetzt dafür bluten… Entschuldigung, dafür möchte und will ich nicht arbeiten und meine Steuern dafür zahlen!

Zusätzliche Frage: Woher stammen diese Milliarden eigentlich? Was wäre mit dem Geld passiert, wenn es nicht für den aktuellen Zweck verwendet werden würde? Hätte dann z. B. das Verkehrsministerium auf einmal die bislang zu wenig vorhandenen ca. 7 Milliarden Euro/Jahr für ausreichende Reparaturarbeiten an den Autobahnen erhalten? Oder hat der Finanzminister heimlich einen Topf voll Gold im Garten gefunden?

Schließlich stellt sich dann die Frage, ob die „Syrer“ denn eines Tages, wenn der Krieg in Syrien vorbei ist, auch tatsächlich, wie damals die Jugoslawen, Deutschland wieder werden verlassen müssen, oder als auf ewig „Geduldete“ dann hier bis ans jeweilige Lebensende überwiegend weiter alimentiert werden müssen.

Ich verstehe die Deutschen einfach nicht mehr… ich mache die Bundeskanzlerin mit ihrem Alleingang 2015 aber direkt hierfür verantwortlich. Man sollte sie besser heute als morgen abwählen – schade, dass das wohl nicht passieren wird.

Das Thema „Flüchtlingskosten“ ist wahrscheinlich auch deswegen kein großer Wahlkampfaufhänger, weil zum einen dann allen klar wird, worauf man sich finanziell betrachtet eingelassen hat, und zum anderen ist man dann natürlich gleich wieder unter „Nazi“-Verdacht, wenn man etwas gegen die sogenannten Flüchtlinge sagt… armes Deutschland. Aber zum Glück geht es Deutschland ja so gut, und wir alle (vor allem die Zugewanderten) leben hier „gut und gerne“ (leider auf Kosten der Allgemeinheit).

Übrigens: Ich sage immer deswegen „sogenannte Flüchtlinge“, da diese bekanntlich, bevor sie nach Deutschland gelangt waren, etliche sichere potenzielle Zufluchtsstaaten durchquert hatten – aber wer will schon nach Bulgarien, wenn er Deutschland haben kann…